Medizinischer Werdegang

Marlies Kelzenberg geboren 1947 Frauenärztin / Naturheilkunde / Mayrärztin

Mein erster Kontakt zur Medizin hatte ich mit 15 Jahren. Ich verdiente mir mein Taschengeld mit Sonntagsdiensten im Krankenhaus.

Mit 16 Jahren, nach dem Verlassen der Schule, machte ich eine 2 jährige Lehre zur Arzthelferin in einer allgemeinmedizinischen Praxis in Düsseldorf. Sowohl die mittlere Reife wie auch das Abitur erlangte ich über den 2. Bildungsweg. Nach der Lehre wechselte ich zu einem Internisten und blieb dort bis kurz vor dem Abitur.

1970 war ein aufregendes Jahr. Ich machte das Abitur, heiratete und zog nach Frankfurt. Im Wintersemester begann ich mit dem Medizinstudium an der J. W. Goethe Universität. In den Semesterferien war ich Schwesternhelferin in der gynäkologisch-geburtshilflichen Abteilung im Hospital zum Heiligen Geist.
Mein Staatsexamen verschob ich um ein Semester denn ich bekam meine Tochter. Ich absolvierte nach der Geburt meines Sohnes 1978 noch meine Medizinalassistentenzeit, ähnlich dem heutigen praktische Jahr, in der Universitätsklinik Frankfurt.

Im Oktober 1979 trat ich meine Ausbildungsstelle zur Frauenärztin im Hospital zum Heiligen Geist an. Die Ausbildung war noch nach der „Alten Schule“, die Labormedizin von heute war noch nicht geboren, Ich arbeitete im Krankenhaus mit den meisten Entbindungen, Rooming in hatte bei uns Einzug gehalten. In Hochzeiten zählten wir 2000 Entbindungen im Jahr und dies bei 5 Assistenten, davon 1 Frau und das war ich. Nach 1500 Entbindungen für die ich verantwortlich war hörte ich auf zu zählen. Die Meisten waren spontan im Kreissaal, einige Kinder kamen mit Kaiserschnitt im Op auf die Welt, aber auch der Flur, der Aufzug oder die Wiese im Innenhof wurden von den Gebärenden als Entbindungsort gewählt.

Als Geschenk zur bestandenen Facharztprüfung im Januar 1985 verwirklichte ich einen langgehegten Traum. 5 Wochen Buschmedizin im Kamerun, mitten im Urwald. Gerne wäre ich geblieben, doch die Familie in Frankfurt wartete.

Am 2. Juli 1985 eröffnete ich meine eigene Praxis an der Konstabler Wache.

Am 1 Tag kamen 4 Patientinnen, aber am 2. Tag schon nur eine. Mein Sohn stellte fest, das mache nichts, das Geld käme doch von der Bank. Die Patientenzahl wuchs schnell und ich habe vieles von meinen Patientinnen gelernt, auch den Zugang zur Naturheilkunde. Ein unvergessener Kommentar einer Patientin ist: „Ihnen kann ich es ja sagen, ich gehe zum Heilpraktiker“. Mich machte es neugierig und besuchte Kongresse und Fortbildungen. Das Ergebnis war der Zusatztitel Naturheilkunde. Nach der Ausbildug zur Mayrärztin lies mich das Thema Ernährung nicht mehr los.

Die Häufung der Krebspatientinnen in der Praxis und die traurigen Therapieergebnisse ließen mich den Pfad der biologischen Krebsabwehr gehen. So bin ich Mitglied der biologischen Krebsabwehr und habe eine biologische komplementäre Weiterbildung gemacht.

So ist Medizin zu meinem Hobby geworden und ich darf jetzt, nach der Übergaber der gynäkologischen Praxis an meine Tochter, noch in der Medizin mit viel Zeit und ausgesuchten Themen weiterarbeiten. Zu lernen gibt es immer noch genug.